„Lesen ist ein grenzenloses Abenteuer der Kindheit“
Mit wenigen Worten sagt dieses Zitat von Astrid Lindgren alles, was Lesenlernen und Lesemotivation im Kindesalter bedeuten. Nicht jedes Kind liest von sich aus gerne. Manchen müssen die Tore zur Reise quer durch Zeit und Raum aufgeschlossen, eine kleine Kostprobe des schmachhaften Nektars traumhafter Welten gegeben werden. Prima, wenn man dies mit einer Übernachtung im Klassenzimmer verbinden kann, ohne Eltern, mit Schlafsack, dem liebsten Kuscheltier, einem Lieblingsbuch und den Klassenkameraden. Ende Mai diesen Jahres war es auch für unsere Drittklässler soweit. Nach dem Unterricht trafen wir uns im Klassenzimmer, bauten unser Lager auf und schnatterten ganz aufgeregt über das, was passieren würde. Zum ersten Mal hatten wir am späten Nachmittag das Schulhaus für uns ganz allein. Bei einer Schulhausrallye durften die Kids in Kleingruppen durch alle Fach- und Klassenräume Rätsel jagen und lösen. Dabei entdeckte man Manches, das im Schulalltag sonst nicht auffällt. Zum Lohn gab es leckere Pizza, ganz nach individuellem Geschmack. Nach dem Abendessen hörten wir ein paar kleine Buchvorstellungen, es wurde vorgelesen und schon still für sich geschmökert. Darauf folgte der ruhige Teil, bei dem still gelesen oder einander leise vorgelesen oder einfach nur flüsternd erzählt wurde. Die kleinen Taschen- und Leselampen sowie die Lichter in der Mitte unseres Schlaflagers zauberten eine wunderschöne Atmosphäre und wogen schon das eine oder andere Kind in den Schlaf. Einige wenige schafften es, der Müdigkeit zu trotzen und durch die Nacht hindurch miteinander zu tuscheln – immerhin gibt es viel zu besprechen, was man so am Tage nicht mehr geschafft hat. Was für ein Erlebnis! Entsprechend durchwachsen war zunächst die Stimmung am nächsten Morgen. Das von den Eltern des Klasse liebevoll vorbereitete Frühstück rettete uns aus dem kurzen Tief, denn bei reich gedecktem Tisch konnten wir unsere Eindrücke miteinander austauschen und das Schöne an der gemeinsam verbrachten Lesenacht erinnern. Alle kamen zu dem Schluss, dass wir das unbedingt wiederholen müssen.
Na klar!
Die Klasse 3 und ich danken an dieser Stelle ganz herzlich den Eltern dafür, dass sie uns ein traumhaftes Frühstück ermöglicht haben, inklusive Aufräumen hinterher. Einen großen Dank verdient auch Frau Kohlmetz, die als Studentin Zeit gefunden und uns in der Lesenacht so liebevoll unterstützt hat.
E. Gaus-Schwarzien
GLÜCK-AUF-SCHULE Grundschule Hohndorf