Das Monster vom Sauwaldbach
Vom Mittwoch, dem 03. bis Freitag, dem 05. September dieses Jahres fuhren wir, die Klasse 4 zusammen mit unserer Klassenlehrerin und Frau Mittag in die langersehnte Jugendherberge „Naturschutzzentrum Erzgebirge“ in Schlettau. Nachdem wir von der Herbergsmutter begrüßt, und auf dem Gelände herumgeführt wurden, durften wir unsere Zimmer im Haupthaus beziehen. Wer sich mit wem ein Zimmer teilte, war bereits in der Schule festgelegt worden und keine Überraschung mehr. Großes Interesse erregten jedoch die einzelnen Zimmer an sich. Hatten sie doch spannende Namen, wie Specht, Bussard, Eule, Fledermaus und Wildschwein. Und so herrschte auf dem Flur ein reges Begängnis, bis Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Räumen festgestellt und besprochen waren. Danach ging es an das Bettenbeziehen. Manche der Kinder hatten bereits einschlägige Erfahrung darin und unterstützten ihre Zimmergenossen tatkräftig. Nach einer kurzen Entspannung und dem Mittagessen begaben wir uns zu unserem ersten Projekt, und zwar auf die Suche nach dem „Monster vom Sauwaldbach“. Zunächst sollten wir dieses nach Beschreibung zeichnen, damit wir eine grobe Vorstellung davon hatten, wonach wir Ausschau halten sollten. In Gummistiefeln und mit Becherlupen bewaffnet watschelten wir durch den kleinen Waldbach und drehten jeden Stein danach herum. Vorsichtig wurden kleine Lebewesen in die Becherlupe gegeben und mit dem gezeichneten „Monster“ sowie den Tierchen auf den zur Verfügung stehenden Bestimmungskarten verglichen. Was für ein Abenteuer! Besonders, weil es einigen Kids gelang, durch Übermut oder auch Ungeschick in den Bach zu fallen. Sie sahen`s allesamt mit Humor, leerten ihre Gummistiefel und watschelten geräuschvoll und von ihren Klassenkameraden bewundert zum Umziehen in die Herberge. Die Anderen lernten indes, dass es sich bei dem „Monster“ um die Steinfliegenlarve handelte und besprachen ihren Lebenskreislauf am Waldbach. Diese Erfahrung machte uns neugierig auf das nächste Projekt am Tag darauf. Da wurden uns die Geheimnisse des Waldes vermittelt. Dabei stellten die Viertklässler ihr bereits vorhandenes Wissen über den Wald unter Beweis und lernten noch Vieles dazu. Einige bewiesen sogar Mut, als sie in ein für uns geöffnetes Moorloch griffen, tief bis zu den Ellenbogen! Auch das war für alle sehr unterhaltsam und lehrreich. Am letzten Abend vor der Abreise schließlich gab es Stockbrot und Marshmallows am Lagerfeuer. Die schöne Abendstimmung wurde noch bereichert durch das Spiel mit der in der Herberge untergebrachten Gruppe aus brasilianischen Jugendlichen. Die Verständigung gelang mit ein wenig Englisch, aber vor allem mit Handzeichen. Davon abgesehen ist ein Lächeln und vor Spaß strahlende Gesichter einfach international. Glücklich und erschöpft fielen wir alle nach diesem ereignisreichen zweiten Tag ins Bett. Relativ schnell wurde es in den Zimmern still. Mit wundervollen Erinnerungen an die Erlebnisse am Sauwald sowie allen geliebten, wiedergefundenen Kuscheltieren im Gepäck machten wir uns am Freitag wieder auf den Rückweg. Gern wären wir noch länger geblieben.
E. Gaus-Schwarzien
GLÜCK-AUF-SCHULE Grundschule Hohndorf