Besser streiten in der Grundschule
Das Zitat „Eine Demokratie in der nicht gestritten wird, ist keine“ von Helmut Schmidt
war für uns Lehrer der Ausgangspunkt für einen Projekttag zum Thema „Besser
streiten“ mit den Schülern. Im Rahmen eines pädagogischen Tages erarbeiteten wir
zunächst ein Konzept. Ausgangspunkt war das sehr schöne Kinderbuch „Ich bin für
mich“ von M. Baltscheit und C. Schwarz. Hier brauchen die Tiere einen neuen König
und jeder stimmt zunächst für sich selbst. Natürlich bricht das Chaos aus, wenn jeder
nur an sich selbst und an seine eigenen Interessen denkt. Um friedlich streiten zu
können, braucht es zuerst einmal ein paar grundlegende Regeln. Hier gaben wir den
Kindern erste Einblicke in das Konzept der „gewaltfreien Kommunikation“, mit Wolfs-
und Giraffensprache. Die Giraffe sagt, was sie stört, was sie fühlt und was sie sich
wünscht. Anschließend haben die Schüler den Weg über die Friedensbrücke
kennengelernt, die „Erst-Hilfe“ im Streit. Im Rollenspiel haben wir kleine
Streitsituationen durchgespielt und versucht Lösungen zu finden, mit denen beide
Beteiligten zufrieden sind. An diesem Tag lernten die Schüler in altersgemischten
Gruppen von Klasse 1-4. Es war schön zu sehen, wie sich hier alle Schüler
gegenseitig unterstützt und voneinander gelernt haben. Wir haben begeisterte
Rückmeldungen von Schülern bekommen, aber einige haben auch die Sicherheit
ihres gewohnten Klassenverbandes vermisst. Dieses Projekt soll keine
„Eintagsfliege“ bleiben, Schüler, die Lust bekommen haben, sich hier
weiterzuentwickeln, können demnächst an einer Streitschlichter AG teilnehmen.
Christien Hoffmann vom Team der Glück-auf- Schule